Warum digitale Schwarzweiss-Fotografie?
Schwarzweiss-Fotos zeigen, wenn sie gut gemacht sind, klare Konturen
und deutliche Abstufungen der Grauwerte der aufgenommenen Motive. Sie
reduzieren den Bildinhalt auf des Wesentliche und erlauben eine starke
Ausdrucksmöglichkeit für den Fotografen. Die digitale
Bildbearbeitung eröffnet sehr umfangreiche Möglichkeiten
nach der Aufnahme. Mit Bildbearbeitungsprogrammen können Fotos bis
ins kleinste Detail gestaltet werden, so dass eindrucksvolle Bilder
entstehen, die den Betrachter ästhetisch ansprechen.
Digitale Schwarzweiss-Fotografie mit der CANON EOS 20D
Um mit dem Tonwertreichtum von klassischem Filmmaterial mithalten zu
können, sind für Digitalkameras besondere Aufnahme- und
Bildbearbeitungstechniken erforderlich. Es gibt einige
Photoshop-Plugins, mit denen die Bildbearbeitung zur
Schwarzweiss-Bilderzeugung erleichtert wird, aber für eine
maximale Qualität sind diese nicht ausreichend. Erst die
Erarbeitung eines guten, kameraspezifischen SW-Workflows für die
Bearbeitung im RAW-Converter bis zur gelungenen Umwandlung der
RGB-Dateien in Graustufenbilder mit fein abgestuften Tonwerten bei
guter Lichter- und Schattenzeichnung ermöglicht hervorragende
Ergebnisse, die den direkten Vergleich mit Schwarzweiss-Filmmaterial
nicht zu scheuen brauchen.
In der analogen Fotografie besteht die Wahl zwischen Schwarzweiss- oder
Farbfilmen. Die digitale Spiegelreflexkamera CANON EOS 20D bietet
ebenfalls die Möglichkeit, ein Schwarzweissbild zu erzeugen.
Grundsätzlich kann man in der Kamera zwischen Farbmodus und
Schwarzweissmodus wählen.
Im Schwarzweissmodus stehen die klassischen Filter dieser Fotografieart zur Verfügung:
-
- Gelbfilter
- Der Gelbfilter wird eingesetzt, wenn die Aufnahmen
kontrastreicher und z.B. Dunst in der Atmosphäre verringert werden
soll. Blau wird durch den Gelbfilter reduziert und Gelb
verstärkt. Verwendung findet er in der Landschaftsfotografie,
der Himmel wirkt etwas plastischer. Auch Portraits lassen sich mit ihm
verbessern. Sommersprossen werden leicht unterdrückt und die Haut
wird aufgehellt.
- Orangefilter
- Der Orangefilter reduziert die Farben blau, violett, gelb und
gelbgrün. Er bringt klare Konturen und mehr Kontrast. Wolken am
Himmel werden dramatischer dargestellt. Er ist sehr gut für
Architekturaufnahmen sowie für Aktaufnahmen im Freien geeignet. Er
hebt z.B. die Beschaffenheit der Steine von Denkmälern hervor.
Hautunreinheiten werden abgeschwächt.
- Rotfilter
- Der Rotfilter eignet sich durch seine sehr hohe
Kontrastbeeinflussung gut für Effekte von Landschaftsaufnahmen.
Die Farben Rot und Grün werden fast zu Weiss aufgehellt und Blau
wird fast so dunkel wie Schwarz wiedergegeben. Wolken am Himmel werden
sehr dramatisch wiedergegeben.
- - Grünfilter
- Grüntöne werden mit dem Grünfilter sehr stark
differenziert wiedergegeben. Das ermöglicht schöne
Auf-nahmen von Wäldern, Feldern und Wiesen. Bei weichem
Sonnenlicht oder etwas Gegenlicht eignet sich der Grünfilter auch
für Portraitaufnahmen, da er Haut und Lippen etwas dunkler
erscheinen lässt.
Mit diesen Filtern lassen sich sowohl Architektur-, Porträt- als auch
Landschaftsaufnahmen bereits bei der Aufnahme einfach gestalten.
Nachträglich können diese Filtereffekte im
Bildbearbeitungsprogramm EOS Viewer Utility gewählt werden.
Um die bestmögliche Qualität und Flexibilität zu
erhalten, muss man die Aufnahme im RAW-Format fotografieren. Hier
werden neben den Aufnahmeeinstellungen, wie Schwarzweiß oder
Farbe, alle aufgenommenen Bilddaten gespeichert, also auch die
Farbinformationen. Die RAW-Datei ist daher in etwa gleichzusetzen mit einem
digitalen Negativ, das mit Bildbearbeitungsprogrammen entwickelt werden
kann.
Workflow für die Herstellung von Schwarzweiss-Fotografien
1. Öffnen der RAW-Datei mit dem EOS Viewer Utility
2. Beurteilung der Eignung der Aufnahme für ein Schwarzweiss-Foto
3. Vorbearbeitung der RAW-Datei und Umwandlung in eine TIFF-Datei
4. Bearbeitung der TIFF-Datei in Adobe Photoshop
5. Ausgabe des fertigen Schwarzweiss-Fotos